Aktuelles

19.6.2016. von Anna

Vom Melken und Maiern

An   einem   wunderschönen   Frühlingsmorgen,   der   Tau   blitzt   noch   auf   dem   satten   Gras,   die   Vögel singen,   Mensch   und   Tier   genießen   noch   die   Ruhe,   die   der   Morgen   mit   sich   bringt,   hört   man   in der Ferne ein leises Klingeln… Beim Näher kommen merkt man, dass es gar nicht so leise ist und reges Treiben herrscht: Unsere   195   köpfige   Ziegenherde   ist   kurz   nach   dem   Aufbruch   und   sucht   noch   die   besten Plätze um sich satt zu fressen. Viele   Zicklein   mit   ihren   Müttern,   die   sich   nach   ihrem   Instinkt   die   besten   Kräuter   suchen   um ihren Zicklein und uns die beste Milch zu schenken. Das   ist   zum   Glück   hier   in   Bulgarien   gar   nicht   so   schwierig,   denn   man   wird   überall   mit   dem Geruch der vielen Kräuter überhäuft. Thymian, Majoran, Minze, Melisse, Kamille etc. sind nur ein kleiner Teil davon. So   lassen   sich   Mensch   und   Tier   gerne   inspirieren   einiges   als   Medizin   zu   ernten:   zum   Trocknen, als   frischen   Tee…,   die   beste   Milch   zu   produzieren   oder   auch   einfach   ihre   Farbvielfalt   und     Energie zu genießen. Eine    anspruchsvolle    Aufgabe    für    die    Hüter,    Pfleger    und    Melker,    eine    Ausgeglichenheit zwischen Mensch und Tier zu schaffen. So   geben   wir   uns   die   beste   Mühe   den   Ziegen   alles   zu   geben   was   sie   brauchen   und   auch   bei   der morgend-    und    abendlichen    Behandlung    und    dem    Melken    die    Ruhe    auszustrahlen    und    zu bewahren, wenn die Ziegen ihre neckige Art ausleben wollen! An   der   Stelle   den   besten   Dank   an   die   vielen   Zicklein,   die   dieses   Jahr   geboren   wurden,   mit denen wir viele neue Erfahrungen sammeln durften. Einige   von   uns   hätten   wahrscheinlich   nicht   gedacht,   dass   sie   mal   als   Hebamme   oder   Babysitter     tätig werden :-) Oder   auch   den   Muskelkater   in   den   Händen   zu   spüren   wenn   man   anfängt   rund   100   Ziegen   von Hand zu melken :-) Viele   fragen   sich   jetzt   wahrscheinlich:   „   Leute,   warum   schafft   ihr   euch   keine   Melkmaschine an?“ Na   ja   ganz   einfach:   Von   uns   hat   noch   keiner   jemals   eine   freundschaftliche   Beziehung   (die   aus Geben   und   Nehmen   besteht)   mit   einer   Melkmaschine   aufbauen   können;   mit   den   Ziegen   aber sehr wohl. Meiner Meinung nach kann man das sogar nachher im Käse schmecken. Wir haben letztens einen Camembert im Supermarkt gekauft als Starter zum weiterimpfen. Ganz ehrlich: Man hat den lieblosen Umgang geschmeckt und auch gespürt. Also jetzt sind wir bei meinem persönlichen Hauptthema im Moment angelangt: Die Milch und ihre Verarbeitung! An dieser Stelle: Darf ich vorstellen: Das Käsereiteam Anna und Sven mit ihrem „Lehrling“, der Butterfee Tami. Wir   versuchen   also   die   Geschenke,   die   uns   die   Ziegen   machen   bestmöglich   zu   verarbeiten   und zu lagern damit wir alle lange etwas davon haben. Gar   nicht   mal   so   einfach   wenn   man   kaum   Erfahrung   im   Käsen   und   Lagern   hat.   Da   heißt   es   viel Erlesenes auszuprobieren und vor allem eigene Ideen umzusetzen und zu verbessern. Mit   Sven,   unserem   „Master   of   Cheese“   an   unserer   Seite   kein   Problem,   da   gehen   die   Einfälle und   Ideen   niemals   aus   und   werden   mit   meistens   viel   Humor   und   kleinen   Sticheleien   an   die „Laien“ umgesetzt. Na   ja…   so   freut   sich   dann   auf   jeden   Fall   die   ganze   Mannschaft   wenn   aus   der   Milch   statt   dem gewünschten „Lagerkäse“ Frischkäse für alle geworden ist! Aber   alles   in   allem   würde   ich   behaupten   klappt’s   ganz   gut   und   das   Käselager   füllt   sich,   dessen Inhalt   in   erster   Linie   dazu   dient   unseren   Körper   gesund   zu   erhalten,   um   die   Aufgaben   die dieses Leben mit sich bringt mit aller Kraft bestmöglich meistern zu können. Vielleicht schildere ich euch mal einen Tag in der Käserei für den besseren Einblick. Also: Sobald   die   erste   30   Liter-Tonne   im   Melkraum   durch   meistens   8   fleißige   Melker   gefüllt   wurde, wird sie per „Blitzkurier“ zu uns in die Käserei gebracht. Da   wartet   das   Milchteam   schon   mit   Feuer   im   Holzofen   und   handbetriebener,   aufgebauter Milchzentrifuge. Alles   was   um   die   Uhrzeit   noch   schläft   wird   spätestens   jetzt   geweckt,   da   die   Milchzentrifuge sich ungefähr wie ein startendes Flugzeug anhört… Aber   macht   nix,   da   kommen   wir   durch.   Hauptsache   es   läuft   und   Tami   gleicht   das   monotone Summen der Maschine mit harmonischen Begleitmelodien aus. Kurze Erklärung zur Milchzentrifuge: Die   ca.   30   Grad   warme   Milch   kommt   oben   in   die   Maschine   rein   und   durch   Fliehkraft,   die   durch Kurbeln entsteht trennt sich das Fett (der Rahm) von der Milch. An einer Seite kommt Rahm, auf der anderen Seite die entrahmte Milch. Wenn   auch   die   zweite   Tonne,   die   in   der   Zwischenzeit   angekommen   ist,   entrahmt   wurde,   wird die   Milch   auf   die   gewünschte   Temperatur   erhitzt.   Die   Temperatur   variiert   je   nach   Art   des Käses den man machen will. Dann wird geimpft und eingelabt. Jetzt   ist   erstmal   `ne   Stunde   Pause.   Zeit   um   Frühstücken   zu   gehen   (mit   selbstgemachtem Joghurt und Molke) und um zu gucken was für den Tag sonst noch ansteht. Wenn   alles   gut   läuft   weiß   jeder   nach   der   Morgenmeditation   was   für   sich   ansteht   und   man   kann planen ob´s auch für die andern so passt. Bei uns ist es eben im Moment die Käserei und alles Drumherum. Gut, Frühstück vorbei auf geht’s zur nächsten Runde. Eingedickte    Milch    schneiden,    auswaschen    und    in    die    Käseformen    (Stück    doppelwandiges Wasserrohr --> Dank an die Handwerker) füllen zum Pressen steht auf dem Programm. Zwischendurch den Spül beseitigen und auf geht’s ins Lager. Hier,   in   den   tiefen   unserer   Katakomben   sind   im   Moment   schon   die      Käse   von   ca.   6   Wochen gelagert und so ist jede Menge zu tun mit regelmäßigem Kontrollieren, Drehen und Salzen. Da    in    einem    Lager    nicht    nur    die    jeweiligen    Sachen    gelagert    werden,    sondern    eben    auch Energien   und   Schwingungen   des   Umfeldes,   in   unserem   Fall   rund   um   die   Milch   geben   wir   uns   alle Mühe mit Ruhe, Geduld und vor allem Neutralität das beste Umfeld zu schaffen. Kurzes Beispiel: Ich   kann   mich   noch   an   einen   Tag   erinnern   als   Tami   auf   eine   Stichelei   von   Sven   in   den   tiefen Abgründen ihrer verbalen Ausdrücke kramte und ihn daraufhin einen Depp nannte… Nein,    Spaß    beiseite…    Im    Normalfall    versuchen    wir    uns    gegenseitig    zu    unterstützen    und richtige   Auseinandersetzungen   direkt   aus   dem   Weg   zu   räumen   ohne   sie   in   uns   rein   zu   fressen und    lange    zu    „lagern“    und    somit    mehr    Licht    entstehen    zu    lassen    als    wir    es    in    unseren Katakomben von Lagerräumen haben. :-) Gut, kommen wir also zum letzten Punkt in der Käserei: Das Buttern. Wenn   wir   genug   Zeit   an   der   Zentrifuge   verbracht   haben   also   genug   Rahm   beisammen   haben kommt unsere Butterfee auf die Tapete. Wenn   die   Tage   kühl   sind   ist   das   Buttern   gar   kein   Problem   (bei   Tamis   rotierenden   Armen   eine Sache   von   20   min.)   da   sich   die   Butterflocken   schnell   zusammenziehen.   Wenn   es   warm   ist   sieht die   Sache   schon   ganz   anders   aus,   da   haben   die   Butterflocken   keine   Lust   auf   Kuscheleien   und die Butter bleibt flüssiger. Daher   hat   Tami   sich   was   einfallen   lassen   und   weckt   jetzt   mit   dem   charmanten   Geräusch   vom Klappern des Butterfasses schon um halb 4 (noch vor der Meditation!) das halbe Haus. Aber… böse ist ihr keiner drum, wir wissen ja alle, wie gut frische Ziegenbutter ist. :-)    Nach   dem   20   minütigen   Schlagen   im   Butterfass   wird   die   Buttermilch   abgeschüttet   und   die Butter   mehrmals   ausgewaschen   damit   sie   lagerfähig   ist   und   nicht   ranzig   wird.   Jetzt   noch salzen   und   ab   ins   Fass,   damit   wir   auch   im   Winter   nach   der   Milchsaison   genug   Butter   zum Stärken auf Lager haben. Ja,   das   war   im   Grunde   der   Rundgang   durch   die   Käserei,   der   nur   einen   kleinen   Teil   unseres wirklich vielseitigen Lebens hier darstellt. Für   mich   persönlich   kann   ich   mir   kein   schöneres   Leben   vorstellen,   auch   wenn   es   mit   Sicherheit oft   harte   Arbeit   ist   (und   damit   meine   ich   nicht   nur   körperlich)   und   man   erstmal   die   Zähne zusammenbeißen muss. Aber   ich   kenne   da   jemanden,   der   mir   sehr   nahe   steht,   der   mehr   als   einmal   sagt:   “Gemeinsam sind wir stark!“ Und   jemand   anderen,   der   mir   genau   so   nahe   steht,   der   sagt:   „Es   gibt   keine   Aufgabe   im   Leben, die man gestellt, bekommt, die nicht zu meistern ist.“ Und   noch   jemand   ganz   anderen   der   sagte:   “Habt   Mut,   da   wo   ihr   keinen   habt,   habt   dennoch Mut.“ Von daher, mit Freude und Zuversicht, die Schreiberin von heute Anna
20.6.2016. von Manfred

Von Bruchbuden, Luftschlössern und dem Traum des Nomadentums – wie

wir versuchen das tägliche Handwerk am Geistigen auszurichten

Ganz   ohne   Selbsterhöhung:   Lehmhäuser   von   Grund   auf   zu   sanieren   und   ein   Schmuckkästchen daraus werden zu lassen ist für unser Handwerkerteam kein wirkliches Problem.  Mit   den   kreativen   Profis   Wolfgang,   Boris,   Basti,   Sven   und   noch   ein   paar   handwerklich   nicht ungeschickten    Laien    wie    zum    Beispiel    mir    –    gestatten:    Manfred,    ehemals    Musiker    und Stimmausbilder – bekommen wir einiges gewuppt.    Die   Frage   ist   halt::   Für   was   setzen   wir   unsere   Energie   ein?   Dient   der   Einsatz   auf   lange   Sicht unserer   seelischen   Entwicklung   und   damit   der   Schöpfung   oder   entspringt   die   Motivation   rein aus   unserem   Verstand,   aus   Gewohnheit,   aus   dem   wie   jeder   Einzelne   in   seinem   Leben   geprägt wurde. Wir nennen das „Anerzogenes Ich“…   Wir   haben   das   Glück,   das   nicht   immer   nur   durch   Ausprobieren   herausfinden   zu   müssen   –   wir haben   ja   unseren   Schamanen   und   spirituellen   Lehrer   Jürgen   in   unserer   Mitte   –   vieles   von   dem was   wir   Handwerklich   umsetzen   entspring   aus   Inspiration,   welche   er   in   der   Meditation   aus   der geistigen   Welt   erhält.   Das   ist   oft   der   Ursprung,   welche   durch   die   Kreativität   und   das   Geschick der Handwerker umgesetzt wird.  Sei    es    wann    der    beste    Zeitpunkt    ist    um    eine    20    ha    große    Weide    zu    entbuschen    und einzuzäunen,   welche   Bäume   ggf.   gefällt   werden   dürfen,   welche   Dachbedeckung   für   welches Gebäude    geeignet    wäre    oder    wie    der    Stall    unserer    Ziegen    am    besten    eingerichtet    und aufgeteilt wäre, damit die Ziegen sich wohl fühlen und damit gesund bleiben. Es   bleibt   nicht   aus   dass   wir   nicht   immer   derselben   Meinung   sind   wie   im   Detail   etwas   umgesetzt wird – aber bisher haben wir immer eine Lösung gefunden!   Als   wir   vor   einem   Jahr   in   Bulgarien   ankamen   gingen   unsere   Wünsche   wie   wir   hier   leben möchten   ziemlich   auseinander.   Vom   schnuckeligen   Häuschen   über   eine   Blockhütte,   ein   Erdhaus im   Hobbit-Style,   einer   Jurte   …   war   alles   dabei.   Der   irgendwann   nahende   Winter   hat   uns   dann gelehrt   Kompromisse   einzugehen.   So   kommt   es,   dass   wir   mit   23   Personen   in   zwei   Häusern leben,   welche   innen   zweckmäßig   und   ansprechend   renoviert   wurden.   Sven   hätte   am   liebsten   die gesamte    Inneneinrichtung    selber    gezimmert    aber    der    Faktor    Zeit    und    die    sinkenden Temperaturen   in   unserem   Zeltlager   haben   dagegen   gesprochen,   musste   er   doch   noch   selbst Haustüren fertigen und Fenster einbauen.   Flexibilität ist wohl eine der wichtigsten Übungen bei einem Lebensstil wie wir ihn führen.   Handwerken   ist   Leben   –   genau   so   wie   Gartenarbeit,   melken   oder   Kochen.   Mal   muss   schnell   ein Heuwagen   gebaut,   Zuggeschirre   für   ein   Pferd   hergestellt   oder   angepasst   werden,   eine   Egge umgearbeitet,   ein   Zaun   geflickt   oder   ein   Getriebe   repariert   werden   (bisher   kommen   wir   um   die Nutzung eines Autos noch nicht herum).  Zugegeben   nutzen   wir   in   unserer   Werkstatt   noch   Strom   um   schweißen   zu   können,   ansonsten haben   wir   die   künstliche   Elektrizität   verbannt   –   unsere   6   jährigen   Mädels   Lynn   und   Eon   haben schon so manche Kerze selber gezogen die uns abends in unserer Runde Licht spendet.   So   vieles   würde   manch   einer   von   uns   gerne   handwerklich   selber   herstellen   –   viele      Fertigkeiten haben    sich    unterschiedliche    Mitglieder    unserer    Gemeinschaft        bereits    angeeignet:    Z.B. Werkzeuge   schmieden,   Leder   und   Schuhe   machen,   Weben,   Sättel   und   Saumzeug   herstellen, Zelte nähen… Aber   noch   ist   unser   Leben   noch   nicht   so   natürlich,   dass   wir   das   im   Alltag   umsetzen   können. Noch   gibt   es   immer   wieder   vieles   andere   zu   tun.   Vielleicht   bringt   das   die   Sesshaftigkeit   mit Feldern und Tieren mit sich. Manch   einer   von   uns   würde   gerne   als   Nomade   oder   Teilnomade   durch   die   Lande   ziehen.   Von dem   leben   was   die   Natur   einem   schenkt.   Keine   Häuser   renovieren   –   nur   einfache   Unterkünfte aus    Naturmaterialien    herstellen.    Boris    würde    an    manchem    Tag    nichts    lieber    tun    als verschiedene   Zeltmodelle   herzustellen   und   zu   testen…   vielleicht   war   seine   Seele   schon   mal   als Nomade unterwegs…   Mal   sehen,   vielleicht   nur   ein   Traum   -   vielleicht   auch   nicht.   Das   Klima   hier   würde   das   den größten Teil des Jahres erlauben – aber die Gesetzte? Leider   hat   sich   die   Menschheit   dank   der   Zivilisation   dahin   entwickelt,   dass   diese   natürlichste aller   Lebensformen   fast   unmöglich   geworden   ist.   Ist   es   egoistisch   sich   zu   wünschen,   dass   die Schöpfung    diese    Entwicklung    auf    der    Erde    beenden    möge,    auch    wenn    nur    zukünftige Generationen davon profitieren und man das selber nicht mehr erlebt?   Alles   ist   miteinander   im   Geistigen   verbunden   –   Pflanzen,   Mineralien,   Tiere,   Menschen   –   somit macht    es    einen    Unterschied    ob    Eisen    im    Feuer    geschmiedet    wird    oder    das    Elektro- Schweißgerät   eine   Naht   produziert.   Ob   Büsche   und   Bäume   mit   Axt   und   Machete   gefällt   oder mit der Motorsäge geschnitten werden.   Wir   sind   auf   dem   Weg   geistige   Erkenntnis   zu   erlangen   und   unser   Leben   so   gut   es   uns   möglich ist   danach   auszurichten   –   Kompromisse   und   Umwege   unumgänglich.   Mal   sehen   wie   es   weiter geht auf diesem Weg…    Momentan    bietet    uns    das    naturbelassene    Weißflusstal    mit    all    seinen    Geschenken    eine wunderschöne   Heimat,   in   der   wir   lernen   der   Natur,   auch   jeder   der   eigenen,   ein   gutes   Stück näher zu kommen.      Für heute der Gruppen-Schwabe Manfred
22.6.2016. von Vanessa

Das Pferd - ein magisches Wesen

Was   fasziniert   einen   so   sehr   an   diesen   Geschöpfen?   Vielleicht   etwas   aus   einem   anderen Leben? Eine Erinnerung? Seit   meiner   Kindheit   faszinieren   mich   Tiere,   besonders   Pferde.      Als   Kind   hatte   ich   immer   beim Anblick   eines   Pferdes   ein   riesiges   Glücksgefühl,   ich   spürte   Freiheit   in   mir.   Bis   heute   hat   sich daran nichts geändert.  Unsere   Gemeinschaft   möchte   nach   Möglichkeit   autark   leben,   dazu   gehören   auch   Pferde.   Die verschiedensten   Rassen   für   die   unterschiedlichen   Arbeiten.   Auf   dem   Feld   arbeiten,   Früchte     und Kartoffel ernten, meditatives Reiten etc. Hier   haben   wir   21   Pferde   und   eine   Eselin.   Darunter   sind   Kaltblüter,   Karakachan   Mix   Ponys (eine      heimische      Ponyrasse)      und      4      Donaupferde      (eine      gezüchtetes      bulgarisches Wirtschaftspferd    für    den    leichten    Zug).    Die    Herde    besteht    aus    einem    Hengst,    einem Junghengst, Wallachen, Stuten und Fohlen die alle gemeinsam laufen.  Die   Pferde   haben   wir   in   ganz   Bulgarien   mühselig   zusammengesucht.   In   Bulgarien   gibt   es   nicht viele   seriöse   Pferde-Verkäufer.      Die   meisten   interessiert   nur   Geld   und   nicht   die   Tiere,   dem entsprechend   ist   auch   das   Verhalten   und   die   „Ausbildung“   der   Tiere.   Ein   Pferd,   was   sofort losrennt   nachdem   es   eingespannt   ist,   wird   hier   als   ein   gutes   Pferd   bezeichnet.   Ruhiges   und liebevolles   Arbeiten   gibt   es   nicht.   Auch   die   angeblichen   Pferdezüchter/Liebhaber   entpuppen sich im Nachhinein als ausbeuterisch.  Das   war   beim   Pferdekauf   für   uns   nicht   sehr   einfach   gewesen.   Wir   haben   so   manches   Tier gekauft,   wo   der   Verstand   ganz   klar   nein   gesagt   hat,   jedoch   hat   Jürgen   in   der   Mediation   etwas anderes   gefühlt,   was   uns   lieb   war.      Und   somit   haben   wir   so   manche   Kampfmatrone   gekauft,   die sich hier zu Hause als Schmusebär entpuppte.  Hier ein Bespiel: Wir   wollten   Pferde   von   Züchtern   kaufen,   da   wir   gehofft   hatten,   dass   da   ein   anderer   Umgang mit   den   Tieren   stattfindet.   Wir   haben   bei   einem   Pferdezüchter,   der   speziell   Donaupferde züchtet   4   Donaufohlen   gekauft.   Der   Züchter   hat   auch   Springpferde   (Holsteiner),   die   von einem   Bulgaren   in   Deutschland   auf   Springturnieren   geritten   werden.   Die   Pferde   werden   im Winter   in   Boxen   gehalten   und   im   Sommer   angeblich   auf   Koppeln.      Als   wir   uns   die   Fohlen anschauten   standen   je   2   Fohlen   in   einer   Box.   Leider   konnte   man   diese   nicht   berühren,   da   sie ängstlich    waren.    Das    hatte    uns    auch    nicht    weiter    gestört,    weil    wir    dachten    zu    Fremden misstrauisch   sein   wäre   ok.   Als   die   Fohlen   bei   uns   waren,   hat   es   wochenlang   harte   Arbeit bedarf diese handzahm zu machen.  Wenn   man   den   Paddock   betreten   hat   sind   sie   voller   Panik   und   Angst   geflüchtet.   Das   war wirklich   schrecklich   gewesen.   Mit   sehr   viel   Geduld   und   Liebe   haben   wir   unseren   4   Schätzen vertrauen   gegeben   und   diese   haben   es   uns   dann   Stück   für   Stück   zurückgegeben.   Mittlerweile lassen   sie   sich   überall   kraulen,   laufen   einem   hinterher,   wenn   man   über   die   Wiese   geht,   sie vertrauen   uns.   Am   Anfang   dachte   ich   sie   würden   sich   nie   anfassen   lassen.   Was   muss   man   einem Tier antun, dass es so voller Angst und Panik auf den Menschen reagiert? Hier noch ein schönes Beispiel: Lucky,   Karakachan   Pony.      Reinrassige   Karakachan   Stuten   und   Zuchthengste   werden   in   Bulgarien vom   Staat   durch   Subventionen   gefördert,   einige   Bauern   halten   große   Karakachan   Herden, manche    bis    zu    400    Ponys,    um    die    Subventionen    zu    kassieren.    Viele    Herden    laufen    wie Wildpferde,   z.   B.   auf   dem   Balkangebirge.   Die   Ponys   fressen   nur   das,   was   sie   finden,   haben kaum Kontakt zum Menschen.  Aus   einer   solchen   Herde   kommen   Lucky   und   seine   kleine   Schwester   Cora.   Beide   haben   wir   von einem   Bauern   in   unserem   Nachbarort   gekauft.   Er   ist   nach   Neuseeland   ausgewandert,   deshalb hat   er   die   beiden   verkauft.   Als   wir   uns   die   2   Tiere   zum   ersten   Mal   auf   der   Koppel   bei   ihm anschauten,    fiel    auf    das    beide    sehr    scheu    waren,    was    bei    den    Karakachan    aber    nichts Ungewöhnliches    ist.    Bei    der    Abholung    haben    wir    uns    Mühe    gegeben,    und    beide    mit stundenlanger Geduld langsam auf den Hänger geleitet. Normalerweise    werden    hier    die    Wildpferde    auf    brutalste    Art    eingefangen,    lebenslange Nasenblessuren   vom   Fangen   sind   nur   ein   Beispiel,   vom   ersten   Kontakt   und   dem   damit   oft   für immer verlorenen Vertrauen zum Menschen mal ganz abgesehen. Lucky   fiel   bei   uns   sofort   durch   seine   Panik   und   Angst   auf,   wenn   man   den   Paddock   betrat   lief   er zitternd   in   eine   Ecke.   Durch   seine   Unberechenbarkeit   war   es   nicht   möglich   ihn   frei   über   die Koppel   laufen   zu   lassen.   Wir   fragten   den   ehemaligen   Besitzer,   ob   er   uns   das   erklären   könnte. Er meinte, dass er selbst das Pferd noch nie hätte anfassen können. So   haben   wir   Stück   für   Stück   versucht   Vertrauen   aufzubauen,   auch   im   Roundpen   mit   ihm gearbeitet,   wo   er   sich   veränderte,   aber   nicht   richtig   Vertrauen   fassen   konnte.   Nach   einigen Wochen   sahen   wir   keine   Möglichkeit   mehr   wie   wir   dem   Pferd   noch   helfen   können.   Jürgen fragte   die   geistige   Welt   um   Rat,   und   wirkte   energetisch   Tag   für   Tag   auf   Lucky   ein.   Parallel dazu   arbeitete   er   mit   Lucky,   und   ließ   sich   lenken   und   leiten   wie   er   dem   Pferd   helfen   konnte seine Blockaden aufzulösen. Lucky   läuft   jetzt   mit   der   grossen   Herde   zusammen   und   ist   nicht   mehr   isoliert,   und   sucht   sogar den Kontakt zu den Menschen.  Wer   kennt   das   nicht,   dieses   Gefühl   von   tiefer   Angst,   obwohl   man   sich   nicht   erklären   kann, woher   diese   Angst   kommt?   Höhenangst   zum   Beispiel,   obwohl   man   noch   nie   Negatives   damit erfahren   hat,   trotzdem   ist   diese   Panik   da.   Erinnerung   an   ein   anderes   Leben   vielleicht?   Wer kann einem dabei helfen? Oft steht man damit alleine da.  Die   Frage   ist,   ob   man   sein   Leben   mit   dieser   Angst   leben   will,   oder   ob   man   sich   ihr   stellen möchte   um   sie   aufzulösen.   Ich   möchte   meine   Ängste   kennen   lernen   und   auflösen,   und   dabei hilft uns Jürgen, wenn wir Fragen haben und Dinge auflösen möchten. Bei    so    manchen    Tieren,    die    unsere    Gruppe    aufgenommen    hat,    hätt    ich    am    liebsten    das Handtuch   geworfen,   weil   mein   Verstand   ganz   klar   gesagt   hat,   dass   es   keinen   Sinn   hat   dieses Tier   auszubilden!   Aber   mein   Gefühl   hat   mir   etwas   anderes   gesagt.   Und   dann   habe   ich   mir   so oft die Frage gestellt: Warum ich nur? Aber   wie   oft   tun   wir   Dinge   die   angeblich   gut   für   uns   sind,   aber   eigentlich   wissen   wir   von unserem inneren Gefühl, das sie es nicht sind. Wer kennt das nicht?  Mein   Kopf,   also   mein   Verstand,   sieht   z.   B.   ein   Pferd   und   sagt   „wow,   das   will   ich   reiten,   das passt perfekt zu mir!“ Eigentlich    sollte    ich    aber    das    andere    Pferd    reiten,    das    total    schräge,    verkorkste    Stück daneben. Diesem Pferd könnte ich damit helfen, und es mir auch. Wir   versuchen   unsere   Tiere   so   sanft   und   tiergerecht   auszubilden   wie   es   nur   geht.      Alle erwachsenen   Tiere   müssen   korrigiert   werden,   um   Vertrauen   in   ihre   eigene   Arbeit   und   den Menschen   zu   fassen.   In   der   Regel   haben   die   damaligen   Besitzer   geschlagen,   nicht   erzogen. Vom   Boden   aus   werden   die   Tiere   korrigiert,   anschließend   werden   sie   Stück   für   Stück,   ihren Möglichkeiten   entsprechend,   in   den   Arbeitsalltag   mit   eingegliedert.   Oft   ist   das   nicht   einfach, und auf jedes Pferd muss auch ich mich individuell einlassen. Viele   Tiere   haben   sich   hier   in   kurzer   Zeit   positiv   verändert,   auch   mit   Hilfe   der   geistigen   Welt. Mit viel Liebe, Zuspruch und Geduld schöpfen auch Tiere wieder Mut zum Leben. Oft   ist   es   nicht   einfach,   aber   wenn   man   fühlt,   dass   es   richtig   ist,   wiegt   das   die   Schwere allemal auf!   Für heute als Schreiber, Vanessa 
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